En-Gawa: Yûgen – the lucent playground

En-Gawa (München): Yûgen – the lucent playground

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Yûgen – the lucent playground stellt ein sogenanntes „Dating-Simulation-Game“ dar: Dabei erfindet eine Spielerin sich selbst und ihre Spielfigur, den Traumprinzen, als makellose Charaktere, um simulierte Gespräche und Handlungen zu führen. Die Spielerin sitzt alleine und isoliert vor ihrem Laptop, kommuniziert und lebt nur in ihrem zweidimensionalen Raum. Die Spielfigur, der typische Märchenprinz aus der zweidimensionalen Welt, läuft im dreidimensionalen Isarraum frei umher. Trotz ihrer Anwesenheit im realen Raum besteht die Verbindung zueinander nur in ihrem Dasein und ihrer Kommunikation im World Wide Web. Auch Passanten können bei diesem Spiel mitmachen. Den scheinbar unendlichen und gleichzeitig jederzeit zugänglichen digitalen Raum als Ausgangspunkt, setzt sich die Performance „Yûgen – the lucent playground“ mit der Generation Mensch auseinander, die in eine Welt lebt, in der die Grenze zwischen dem digitalen und dem realen Raum zu verwischen scheint.

Das japanisch-deutsche Theaterkollektiv EnGawa formierte sich 2012 in München. Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit war die Katastrophe in Japan am 11. März 2011, zu deren Gedenken sie an den ersten Jahrestag das Benefiz-Theaterstück „Shinsai – Shattering Gods“ im i-camp/neues theater münchen aufführten. „Engawa“ ist zum einen eine architektonische Bezeichnung für die Veranda an traditionellen japanischen Häusern. Im Unterschied zur europäischen Veranda ist sie jedoch nicht eindeutig einem Innen- oder Außenraum zuzuordnen. Diese undefinierbare Verortung als Basis, hat sich EnGawa zum Ziel gesetzt, ein sowohl von der deutschen als auch von der japanischen Kultur beeinflusstes Theater zu schaffen, welches als Treffpunkt von Innen und Außen, von Vertrautem und Fremden, fungieren kann. Ein Ort der Begegnung – wie das Theater selbst. Die zusätzliche Bedeutung des Namens EnGawa, der sich aus einem abgekürzten Wortspiel zusammensetzt, geht aus der japanischen Jugendsprache hervor, die die Wertvorstellung der gegenwärtigen Jugendkultur im Niedlichkeitswahn und ich-bezogenem Sprachgebrauch verdeutlichen soll. Nach der Performance „Sansaru – The three apes: see no evil, speak no evil, hear no evil“ nimmt EnGawa mit „Yûgen – the lucent playground“ bereits zum zweiten Mal an Isarsprudel teil.

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